Humanembryologische Sammlung / Blechschmidt-Sammlung

Embryologie

Adresse:

Universitätsmedizin Göttingen • Zentrum Anatomie
Kreuzbergring 36
37075 Göttingen
www.uni-goettingen.de/sammlung-humanembryologie

Geöffnet: Mo bis Fr 8 – 18 Uhr
Eintritt: frei
Führungen: nach Vereinbarung

Ansprechperson: PD Dr. Jörg Männer
Tel.: 0551 39-7032
E-Mail: jmaenne@gwdg.de

Die Erforschung der frühen menschlichen Gestaltentwicklung ist auf Sammlungen von Zufallsfunden, zum Beispiel Fehlgeburten, angewiesen. Weltweit existieren nur sehr wenige Sammlungen menschlicher Embryonen. Die bedeutendste ist die Carnegie-Collection in Washington D.C., die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Franklin P. Mall (1862–1917), einem Schüler des Leipziger Anatomen Wilhelm His (1831–1904), begründet wurde. Auch der Direktor des Göttinger Anatomischen Instituts Erich Blechschmidt (1904–1992) sah sich in der Tradition von His, der als Begründer der humanembryologischen Forschung gilt. Von 1942 bis 1969 baute Blechschmidt eine Sammlung mit 430 histologischen Schnittserien menschlicher Embryonen und Feten auf, die heute weltbekannt ist.

Der Hisschen Tradition folgend sollte die Blechschmidt-Sammlung vorrangig der Erforschung und Dokumentation der Gestaltentwicklung des menschlichen Embryos – das heißt der dynamischen Anatomie menschlicher Embryonen – dienen. Was unter anderem aufgrund der geringen Größe der Embryonen mit dem bloßen Auge nicht erkennbar ist, galt es zu zeigen. Die Embryonen wurden fixiert und in histologische Schnittserien zerlegt, dadurch wurde die mikroskopische Analyse ihres inneren Aufbaues ermöglicht. Stark vergrößerte (50 bis 200-fach) 3-D Repliken von Schnittserien stadientypischer Embryonen wurden angefertigt. Diese dokumentieren die während der Embryogenese zunehmend komplexer werdenden anatomischen Verhältnisse in einem mit dem bloßen Auge erfassbaren Maßstab. Die Ausstellung der vergrößerten Repliken ist weltweit einzigartig. Sie umfasst 61 Exponate (ca. 65–75 cm hoch), die in einem eigenen, öffentlich zugänglichen Ausstellungsraum untergebracht sind. Die am Entwicklungsalter orientierte Aufstellung der Modelle ermöglicht es, die sich wandelnde Anatomie menschlicher Embryonen mit bloßem Auge räumlich zu erfahren.

Die Entstehung der Sammlung und vor allem die Herkunft der Präparate wurde von 2017 bis 2019 in einem eigenen Forschungsprojekt wissenschaftshistorisch aufgearbeitet, dessen Ergebnisse hier (https://doi.org/10.3249/ugoe-publ-2) eingesehen werden können.

Jörg Männer


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